Befragungsstudie

COVID-19-Impfung von Klinikpersonal: Hohe Akzeptanz

Mitarbeitende in Kliniken und Pflegeeinrichtungen zählten mit zu den ersten, die sich gegen COVID-19 impfen lassen konnten, so auch am Freiburger Universitätsklinikum. Wie häufig bei ihnen Nebenwirkungen auftraten und ob und wie häufig es dadurch zu Arbeitsausfällen kam, haben Mediziner nun im Rahmen einer Befragungsstudie ermittelt.

 

COVID-19-Impfung

Laut Selbstauskunft von 555 geimpften Klinikmitarbeitenden waren die Nebenwirkungen der COVID-19-Impfung meist nur leicht oder mittelstark ausgeprägt. | Framestock – stock.adobe.com

Schmerzen an der Einstichstelle, Kopf- und Gliederschmerzen sowie Müdigkeit sind typische Nebenwirkungen, über die COVID-19-Geimpfte berichten. „Diese Symptome gehen auf die erwünschte Aktivierung des Immunsystems zurück und sind auch von anderen Impfungen bekannt“, sagt PD Dr. Johannes Kalbhenn von der Klinik für Anästhesiologie und Intensivmedizin des Universitätsklinikums Freiburg, Erstautor der Publikation. Laut Selbstauskunft von 555 geimpften Klinikmitarbeitenden, auf die sich die Studie stützt, waren die Nebenwirkungen jedoch meist nur leicht oder mittelstark ausgeprägt. Alle Teilnehmenden hatten den Impfstoff BNT162b2 von Biontech/Pfizer erhalten, der inzwischen unter dem Markennamen Comirnaty geführt wird. Der Altersdurchschnitt lag bei etwa 40 Jahren.

Eine Online-Umfrage hat gezeigt, dass sich mehr als 90 Prozent der medizinischen Angestellten in Deutschland gegen das neuartige Coronavirus impfen lassen wollen oder es sogar schon getan haben.

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Am häufigsten (90 Prozent) berichteten die Befragten über Schmerzen an der Einstichstelle. Der Anteil hiervon Betroffener war nach der Erst- und Zweitimpfung gleich hoch. In absteigender Häufigkeit folgten Müdigkeit, Kopf- und Gliederschmerzen, die nach der zweiten Impfdosis jeweils wesentlich häufiger und stärker ausgeprägt waren als nach der ersten. So wurden etwa Kopfschmerzen nach der ersten Injektion auf einer Skala von null bis zehn im Mittel mit eins bewertet, nach der zweiten Impfung mit 2,6. Die Müdigkeit stieg von 1,8 auf einen Wert von 3,6. Bei allen Symptomen waren jüngere Geimpfte zudem stärker betroffen als ältere. Männer und Frauen reagierten dagegen nicht unterschiedlich.

95 Prozent würden sich erneut impfen lassen

In der Gesamtschau empfanden 79 Prozent der Teilnehmenden die erste Impfung als gut verträglich, bei der zweiten Impfung sank dieser Wert auf 50 Prozent ab. „Nur zwei Prozent der Befragten blieben sowohl nach der ersten als auch nach der zweiten Impfung völlig frei von Nebenwirkungen“, sagt Kalbhenn. Dennoch erfreute sich die Impfung einer großen Akzeptanz: 95 Prozent gaben an, dass sie sich wieder gegen Corona impfen lassen würden.

Die Studie ging auch der Frage nach, wie stark sich die Impfung auf die Arbeitsfähigkeit des Klinikpersonals auswirkte. Laut Selbstauskunft waren nach der ersten Impfdosis nur 2,2 Prozent mindestens einen Tag arbeitsunfähig, nach der zweiten Dosis stieg dieser Anteil auf 19,5 Prozent an – ein für die Logistik in den Kliniken durchaus bedeutsamer Wert. „Wenn fast 20 Prozent der geimpften Mitarbeiter für mindestens einen Tag ausfallen, sollte dies bei der Planung von Impfkampagnen in sensiblen Bereichen berücksichtigt werden“, resümieren die Autoren.

 

Originalpublikation:

J. Kalbhenn et al.: Subjektives Wohlbefinden und Arbeitsfähigkeit von Krankenhauspersonal nach SARS-CoV-2-Immunisierung mit dem mRNS-Impfstoff BNT162b2 – Ergebnisse einer anonymen Umfrage
DMW Deutschen Medizinische Wochenschrift 2021, online erschienen am 9. Juli 2021

 

Quelle: fzm, Juli 2021