Bundesärztekammer

Coronaimpfung für Jugendliche: STIKO gibt wichtige Orientierung

Der Präsident der Bundesärztekammer (BÄK), Dr. Klaus Reinhardt, begrüßt es, dass die Ständige Impfkommission (STIKO) dem starken politischen Druck widerstanden und ihre Empfehlungen zu Coronaschutzimpfungen bei Kindern und Jugendlichen nicht übereilt, sondern auf solider wissenschaftlicher Grundlage überarbeitet habe.

Coronaschutzimpfung für Kinder

Die STIKO stellt klar, dass ihre Empfehlungen auf den direkten Schutz der geimpften Kinder und Jugendlichen vor COVID-19 abzielten. | milanmarkovic78 – stock.adobe.com

Zu dem vorgelegten Beschlussentwurf der STIKO für eine aktualisierte COVID-19-Impfempfehlung für Kinder und Jugendliche erklärt Bundesärztekammer-Präsident Dr. Klaus Reinhardt: „Medizinische Wissenschaft muss unabhängig sein und bleiben. Deshalb ist es wichtig, dass die Ständige Impfkommission (STIKO) dem starken politischen Druck widerstanden und ihre Empfehlungen zu Coronaschutzimpfungen bei Kindern und Jugendlichen nicht übereilt, sondern auf solider wissenschaftlicher Grundlage überarbeitet hat. Die STIKO hat sich die notwendige Zeit genommen, auf Basis aktueller Daten und Beobachtungen eine evidenzbasierte Neubewertung der Sachlage vorzunehmen. Damit hat sie das Vertrauen der Menschen in die wissenschaftliche Unabhängigkeit des Gremiums gestärkt. Vor allem aber gibt sie Jugendlichen und Eltern sowie Ärztinnen und Ärzten bei der Entscheidung über eine Coronaschutzimpfung wichtige Hilfestellung und notwendige Orientierung.“

Coronaimpfung Kinder

Bundesärztekammer-Präsident Dr. Klaus Reinhardt hat in einer Reaktion auf die Ergebnisse des Impfgipfels betont, dass die Datenlage zu Risiken und Nutzen einer möglichen Coronaimpfung bei Kindern und Jugendlichen derzeit noch unzureichend sei.

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Die STIKO stelle klar, dass ihre Empfehlungen auf den direkten Schutz der geimpften Kinder und Jugendlichen vor COVID-19 sowie vor möglichen psychosozialen Folgeerscheinungen der Pandemiemaßnahmen abzielten. Die Empfehlungen dienten nicht dem Ziel, durch eine höhere Impfquote bei Kindern und Jugendlichen schneller eine Herdenimmunität zu erreichen. Diese Haltung unterstütze die Bundesärztekammer ausdrücklich. Reinhardt: „Es ist Aufgabe der Politik, Mittel und Wege zu finden, durch eine hohe Impfquote vor allem unter allen Erwachsenen die Grundimmunisierung der Bevölkerung zu beschleunigen. Diese Verantwortung Kindern und Jugendlichen aufzubürden, die ohnehin mit am meisten unter den Folgen der Pandemie leiden, wäre ethisch in keiner Weise zu rechtfertigen.“ Aus diesem Grund sei auch die Klarstellung der STIKO richtig und wichtig, dass eine Impfung keinesfalls zu einer Voraussetzung für die Teilnahme am sozialen Leben gemacht werden darf. Kitas, Schulen und Freizeitangebote müssten auch künftig allen Kindern und Jugendlichen offenstehen, unabhängig von ihrem Impfstatus.

Empfehlungen auf der Basis der wissenschaftlichen Evidenz

Die STIKO habe nach dem Infektionsschutzgesetz die Aufgabe, Empfehlungen zu Schutzimpfungen herauszugeben. „Sie hat in den vergangenen Wochen mit ihrer klaren Haltung ihre Unabhängigkeit bewiesen. Ihre Empfehlungen basieren ausschließlich auf der Basis der verfügbaren wissenschaftlichen Evidenz. Das gilt selbstverständlich auch für die nun anstehende Nutzen-Risiko-Abwägung von Corona-Auffrischungsimpfungen für Erwachsene. Bund und Länder wären gut beraten, bei dieser wichtigen Frage die wissenschaftliche Expertise der STIKO nicht zu übergehen“, betonte der Präsident der Bundesärztekammer.


Quelle: BÄK, 16.08.2021