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Corona: Steigert jede Reinfektion das Risiko von Langzeitschäden?

Braucht es neue Impfstoffe?
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Mit jeder zusätzlichen Corona-Infektion steigt das Risiko von Langzeitschäden, das gilt auch für Geimpfte.
© gopixa/stock.adobe.com
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Mit jeder zusätzlichen Corona-Infektion steigt das Risiko von Langzeitschäden – und das auch für Geimpfte, so das Ergebnis einer umfangreichen US-Studie.

Für die Analyse wurde die Gesundheitsdatenbank des US Department of Veterans Affairs genutzt. Daraus wurden die Kohorten gebildet von Personen mit einer Corona-Infektion (n = 443.588), mit Reinfektionen (n = 40.947) und einer nicht infizierten Kontrollgruppe (n = 5.334.729). Auf Basis dieser Daten wurde für sechs Monate nach der Infektion das Risiko für einen Krankenhausaufenthalt, für Folgeerkrankungen und den Tod abgeleitet.

Erhöhtes Mortalitätsrisiko nach Reinfektion

Im Ergebnis trug die Reinfektion zu einer erhöhten Sterblichkeitsrisiko  (Hazard Ratio (HR) = 2,17, 95 % Konfidenzintervall (CI) 1,93-2,45), einem höheren Risiko für einen Krankenhausaufenthalt (HR = 3,32, 95 % CI 3,13-3,51) und einem höheren Risiko für mindestens eine Folgeerkrankung einschließlich pulmonaler, kardiovaskulärer, hämatologischer, diabetischer, gastrointestinaler, nierenbedingter, psychischer, muskuloskelettaler und neurologischer Erkrankungen bei. Diese Risiken traten unabhängig vom Impfstatus auf. Die Risiken waren in der akuten Phase am stärksten ausgeprägt, hielten aber auch in der postakuten Phase sechs Monate später noch an. Im Vergleich zu nicht infizierten Kontrollgruppen stiegen das kumulative Risiko und die Belastung mit der Anzahl der Infektionen.

Strategien erforderlich 

Die Ergebnisse zeigten, dass eine Reinfektion das Risiko für Tod, Krankenhausaufenthalt und Folgeerkrankungen in mehreren Organsystemen in der akuten und postakuten Phase weiter erhöhe, so die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler. Um die Gesamtbelastung durch Tod und Krankheit infolge von SARS-CoV-2 zu verringern, seien Strategien zur Prävention von Reinfektionen erforderlich

Gefahr durch Ende der Corona-Isolationspflicht?

Bleibt zu hoffen, dass die derzeit voranschreitenden Lockerungen der Corona-Isolationspflicht die Anzahl der Reinfektionen nicht drastisch erhöht. Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach hält unter Bezugnahme auf die US-Studie neue, bessere Impfstoffe für erforderlich.

Einschränkungen der Studie 

Zu den Einschränkungen der Studie gehört, dass die Kohorten überwiegend durch weiße Männer gebildet wurden, wie die Wissenschaftler einräumen.

Originalpublikation
Bowe, B., Xie, Y. & Al-Aly, Z. Acute and postacute sequelae associated with SARS-CoV-2 reinfection. Nat Med (2022). DOI: https://doi.org/10.1038/s41591-022-02051-3

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