Bundesärztekammer

Corona-Pandemie: Lockdown für Strategieentwicklung nutzen

Es sei Aufgabe der politisch Verantwortlichen, den Kliniken in der Zeit des Lockdowns die wirtschaftlichen Sorgen zu nehmen, damit sie sich ausschließlich dieser besonderen Herausforderung widmen können, fordert der Präsident der Bundesärztekammer, Dr. Klaus Reinhardt.

Lockdown

Der Präsident der Bundesärztekammer, Dr. Klaus Reinhardt, hat den Lockdown als alternativlos bewertet. | peterschreiber.media - stock.adobe.com

Als alternativlos hat der Präsident der Bundesärztekammer, Dr. Klaus Reinhardt, den ab 16. Dezember geltenden Lockdown bewertet. Bis auf wenige Ausnahmen sei bundesweit die Situation auf den Intensivstationen bereits alarmierend, sagte er in einem Interview mit dem NDR (14. Dezember 2020). Indem das öffentliche Leben heruntergefahren werde, verhindere man hoffentlich eine Überlastung der Krankenhäuser. Auch könne wieder ein Inzidenzgrad erreicht werden, bei dem eine Nachverfolgung der Kontakte möglich wird, so Reinhardt.

Lockdown

Ab dem 24. Dezember 2020 bis mindestens zum 10. Januar 2021 sollte in ganz Deutschland das öffentliche Leben weitgehend ruhen und ein harter Lockdown gelten. Das empfiehlt die Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina in einer Ad-hoc-Stellungnahme.

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Darüber hinaus sei es Aufgabe der politisch Verantwortlichen, den Kliniken in dieser Zeit die wirtschaftlichen Sorgen zu nehmen, damit sie sich ausschließlich dieser besonderen Herausforderung widmen können. Entstehende Umsatzeinbußen müssten kompensiert werden, erklärt Reinhardt.

Eine Strategie für mögliche Lockerungen

Gegenüber dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (13. Dezember 2020) forderte er zudem  bei sinkenden Infektionszahlen im Januar. Bund, Länder und Kommunen müssten sich darauf vorbereiten und mit Hochdruck an pragmatischen Lösungen arbeiten, für den öffentlichen Nahverkehr, den Einzelhandel, die Schulen und die Altenbetreuung. „Die Zeit des harten Lockdowns muss genutzt werden, eben solche Maßnahmen vorzubereiten, und zwar bundeseinheitlich. Nur dann werden wir das Infektionsgeschehen im Griff halten können und die Krankenhäuser vor Überlastung schützen“, betonte Reinhardt.

Quelle: BÄK, 14.12.2020