Bayerns Krankenhäuser

Corona-Pandemie: Erste Kliniken stoßen an ihre Grenzen

Jetzt beginnt eine schwierige Phase in der Pandemiebewältigung. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind am Limit. Auch aus wirtschaftlicher Sicht kommen Bayerns Kliniken an ihre Grenzen. Dieses Fazit zieht die Bayerische Krankenhausgesellschaft nach über acht Monaten in der Corona-Pandemie.

Krankenhäuser am Limit

Die Kliniken haben viel gelernt im Umgang mit der neuen Pandemie. Dennoch stoßen sie, vor allem wegen des Fachkräftemangels, an ihre Grenzen. | Halfpoint - stock.adobe.com

„Die Mitarbeiter in Bayerns Krankenhäuser stellen auch in dieser besonderen Zeit eindrucksvoll unter Beweis, dass sie Enormes leisten können und im gegenseitigen Zusammenwirken für die Menschen in Bayern sorgen“ sagte der Geschäftsführer der Bayerischen Krankenhausgesellschaft (BKG), Siegfried Hasenbein, in einem ersten Resümee nach über acht Monaten in der Corona-Pandemie. „Unser ausdrücklicher Dank geht an das gesamte Personal in den bayerischen Krankenhäusern, an die Pflegekräfte, Ärzte und alle anderen Mitarbeiter, die in den vergangenen Monaten mit viel Engagement, Herzblut und vollem Einsatz für ihre Patientinnen und Patienten da waren“ so Hasenbein weiter.

Krankenhäuser gerüstet?

Mit der Befragung des Deutschen Krankenhausinstituts sollte die Situation bei persönlichen Schutzausrüstungen (PSA) und Corona-Tests im Krankenhaus untersucht werden. Bundesweit haben sich 724 Kliniken beteiligt.

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Nach seinen Erfahrungen haben die Kliniken viel gelernt im Umgang mit der neuen Pandemie. Inzwischen wurden nicht nur Abläufe optimiert und entscheidende Rahmenbedingungen in den Kliniken verbessert. Die Krankenhäuser haben auch im Miteinander funktioniert. Kleinere Krankenhäuser nahmen den großen Schwerpunktversorgern immer wieder Patienten ab. Als in den ersten Wochen der Pandemie Schutzkleidung und verschiedenste Materialien knapp wurden, halfen sich Bayerns Kliniken untereinander aus und trugen gemeinsam Sorge für eine optimale Versorgung der Patienten.

Mangel an Fachkräften

„Aber nicht erst mit der zweiten Welle wird erneut klar, dass der Mangel an Fachkräften, explizit an spezialisierten Pflegekräften, die Achillesferse in unserem Gesundheitswesen ist“ so Hasenbein. Viel sei seitdem passiert. Neben dem finanziellen Bonus und anderweitig entgegengebrachte Wertschätzung für die Krankenhausbeschäftigten wurden die Kliniken beispielsweise mit Beatmungsgeräten und Infektionsschutzausrüstung sowie finanziellen Hilfen unterstützt.

„Aber wir kommen nun in eine schwierige Phase in der Pandemiebewältigung. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, besonders die Ärzte und Pflegekräfte, sind längst am Limit angekommen und nicht unendlich belastbar“ so Hasenbein. Auch aus wirtschaftlicher Sicht kommen Bayerns Kliniken an ihre Grenzen. Die neuesten Regelungen im Dritten Bevölkerungsschutzgesetz um die sogenannten Ausgleichszahlungen frei gehaltener Krankenhausbetten ist aus Sicht der BKG praxisfern und gefährdet die im Frühjahr aufgebaute und bewährte Zusammenarbeit der Krankenhäuser bei der COVID-19-Versorgung.

Quelle: BKG. 25.11.2020