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Cholesteatomen minimalinvasiv behandeln

Neue Wege in der Ohrchirurgie
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Schonende Ohrchirurgie
Einsatz eines chirurgischen Lichtmikroskops bei einer sanierenden Ohroperation der chronischen Otitis © Universitätsklinikums Schleswig-Holstein (UKSH
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Eine schonendere Behandlung von sogenannten Cholesteatomen strebt ein neues Verbundprojekt des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein (UKSH) an. Ein minimalinvasives Vorgehen mit endoskopischem Zugang durch den Gehörgang zum Mittelohr soll die klassische offene Operation künftig ersetzen

Die Mittelohrentzündung ist eine der häufigsten bakteriell verursachten und infektiösen Erkrankungen. Eine Form der chronischen Mittelohrentzündung ist das Cholesteatom. Es entzieht sich der Antibiotikatherapie, indem es unter anderem Biofilme bildet, und frisst sich oft invasiv und verzweigend in das Mittelohr und den Schädelknochen ein. Die einzig effektive Therapie besteht derzeit in der klassischen mikrochirurgischen Ohroperation, mit der der gesamte Entzündungsherd vollständig entfernt werden soll.

Minimalinvasives Vorgehen

Ziel des Verbundvorhabens ist die Erarbeitung eines minimalinvasiven Vorgehens mit endoskopischem Zugang durch den Gehörgang zum Mittelohr. Das innovative theragnostische Verfahren – also ein diagnostisches System, das auch therapeutische Eingriffe ermöglicht - soll die offene Operation ersetzen. Der diagnostische Teil soll durch die dynamische optische Kohärenztomographie (dOCT) abgedeckt werden.

Dafür werden Bildverarbeitungs- und Bildstabilisierungsalgorithmen entwickelt. Therapeutisch soll das entzündete Gewebe mit einem grünen Mikrochip-Laser verdampft und die Stelle mit UV-Strahlung nachbehandelt werden. Hierfür wird unter anderem an einem Laser mit geeigneter Pulsrate und -dauer gearbeitet. „Diese diagnostische Behandlungsmethode, die wir entwickeln, ist deutlich schonender als das herkömmliche Vorgehen, würde das Hörvermögen intakt lassen, Rezidive mindern und weniger Nachsorge erfordern. Die neuen Technologien könnten auch perspektivisch auf weitere Krankheitsbilder angewendet werden“, sagt PD Dr. Anke Leichtle; federführend im Verbund. Dieses vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderte Projekt „Endoskopische OCT-Laser-Theragnostik (OLE) mikrobieller Entzündungen im Mittelohr“ umfasst im Gesamtverbund 3,4 Millionen Euro. 

Kooperationspartner gewinnen

Die Ohrchirurgie ist einer der Schwerpunkte der HNO-Sektion des UKSH, Campus Lübeck. Hier werden bis zu 300 Ohroperationen pro Jahr durchgeführt. Das ausgewiesene Ohr- und Otobasiszentrum mit integriertem Hörzentrum bietet ein breites Spektrum von der plastischen Chirurgie der Ohrmuschelfehlbildungen und klassischen Mittelohrchirurgie bis hin zur Versorgung mit aktiven und passiven Knochenleitungsimplantaten, aktiven Mittelohrimplantaten (Vibrant Soundbridge) und Cochleaimplantaten. Neben der klinischen und operativen Expertise ist die klinische und wissenschaftliche Forschungsarbeit in der Pathogenese und Therapie der Otitis Media und im Cholesteatom Grundlage dafür, Kooperationspartner mit neuester Technik in Diagnostik und Therapie zu gewinnen – dazu gehören moderne Diodenlasertechniken und die dynamische optisch-mikroskopische Kohärenztomographie. „Mit führenden Industriepartnern der mikrochirurgischen Ohrendoskopie, Lasertechnik und der Künstlichen Intelligenz wollen wir gemeinsam den Kampf gegen die mikrobielle Belastung mit mikroinvasiven, mikrochirurgischen Therapien aufnehmen“, sagt Dr. Ralf Brinkmann, Medizinisches Laserzentrum Lübeck.

Quelle:  Universitätsklinikum Schleswig-Holstein (UKSH)

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