Lebensmittel im Blickpunkt

BVL: Fruchtsäfte sind nur sehr selten belastet

Ob Apfel, Orange oder Kirsch: Rückstände von Pflanzenschutzmitteln oder Schwermetalle werden in Fruchtsäften laut BVL kaum gefunden.

Fruchtsäfte wurden untersucht

Fruchtsäfte wurden untersucht | John Knox, CC BY-SA 2.0, wikimedia

Fruchtsäfte sind aufgrund ihres Vitamingehalts als Durstlöscher beliebt und werden auch von Kindern häufig getrunken. Deshalb sind regelmäßige Überwachungen wichtig. Wie die Untersuchungen der Lebensmittelüberwachungsämter der Bundesländer zeigen, sind Fruchtsäfte und auch Fruchtnektare erfreulicherweise nur sehr selten belastet. Überhöhte Rückstände von Pflanzenschutzmitteln oder hohe Konzentrationen von Schwermetallen wurden nur in Einzelfällen gefunden, wie das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) in Berlin mitteilt.

114 Proben untersucht

2017 haben die Untersuchungslabore der Bundesländer insgesamt 114 Proben Apfel-, Birnen-, Grapefruit-, Kirsch-, Orangen-, Trauben- und Zitronensaft auf Rückstände von Pflanzenschutzmitteln hin untersucht. In keinem Fall mussten sie eine Überschreitung der gesetzlichen Höchstgehalte feststellen. In 77 Proben (rund 68 %) wurden gar keine quantifizierbaren Rückstände nachgewiesen. 2016 wurden insgesamt 169 Proben Apfelsaft auf Rückstände von Pflanzenschutzmitteln untersucht. Dabei wurden in keiner Probe Rückstände oberhalb des festgesetzten Höchstgehalts nachgewiesen. Rund 65 % der Proben wiesen überhaupt keine Rückstände auf. Die Bundesländer untersuchen regelmäßig die verschiedensten Lebensmittel auf Pflanzenschutzmittelrückstände. Die Ergebnisse werden jährlich vom BVL als Nationale Berichterstattung Pflanzenschutzmittelrückstände in Lebensmitteln veröffentlicht.

Lebensmittel-Monitoring

Die Lebensmittelüberwachungsämter untersuchen zudem jedes Jahr wechselnde Lebensmittel im Rahmen des Lebensmittel-Monitorings repräsentativ auf Belastungen. So wurden im Jahr 2017 111 Proben Kirschsaft und -nektar untersucht. Auch hier wurden in keiner Probe Rückstandshöchstgehalte überschritten. Rückstände wiesen dabei etwas mehr als die Hälfte der Proben auf.

Kein Nachweis von Perchlorat

Im Monitoring 2015 und 2017 wurden 47 Proben Orangensaft, 37 Proben Traubensaft und 20 Proben Kirschsaft auf Perchlorat untersucht. Die Umweltkontaminante gelangt hauptsächlich über die Verwendung von perchlorat-haltigen Düngemitteln, wie Chilesalpeter, in pflanzliche Lebensmittel. Die Aufnahme von Perchlorat kann die Jodidaufnahme in der Schilddrüse hemmen. Erfreulicherweise konnten die Labore in keiner Probe Perchlorat nachweisen. Das zeigt, dass durch Minimierungsmaßnahmen (etwa der Verwendung von Düngemitteln mit sehr niedrigem Perchlorat-Gehalt) eine Kontamination weitgehend vermieden werden kann.

Seit Jahren geringe Gehalte an Elementen

Im Rahmen des Lebensmittel-Monitorings wurde auch das Vorkommen von Elementen wie Schwermetalle und Aluminium untersucht. Elemente können aus dem Boden, dem Wasser oder der Luft stammen, aber auch durch industrielle Prozesse in die Nahrungskette eingetragen werden. In den Jahren 2009 bis 2017 wurden Apfelsaft (108 Proben), Organgensaft (77 Proben), Traubensaft (151 Proben), Kirschsaft bzw. -nektar (217 Proben) und Birnensaft (116 Proben) untersucht. Dabei wurden die Gehalte von Blei, Cadmium, Nickel, Arsen und Aluminium überprüft, bei Apfel- und Kirschsaft zusätzlich auch von Thallium.

simultane Analyse von Geruchs- und Geschmacksstoffen

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Nur niedriger Spurenbereich

Die Ergebnisse zeigten, dass Fruchtsäfte nur sehr gering mit Cadmium, Arsen und Thallium belastet waren. Die durchschnittlichen Gehalte lagen im niedrigen Spurenbereich von 0,001 mg/kg bis etwa 0,01 mg/kg. Die Gehalte an Aluminium und Nickel waren als gering einzustufen. Cadmium und Thallium waren im weit überwiegenden Anteil der Fruchtsaftproben nicht nachweisbar.

Für Blei in Fruchtsäften sind in der EU Höchstgehalte festgeschrieben. Für Fruchtsäfte, die ausschließlich von Beeren und anderem Kleinobst wie Kirschen und Trauben gewonnen werden, gilt ein Höchstgehalt von 0,05 mg/kg. Für alle anderen Säfte liegt der Höchstgehalt bei 0,03 mg/kg.

Höchstgehaltsüberschreitungen für Blei mussten im Monitoring nur in einer Probe Apfelsaft sowie in zwei Proben Kirschsaft festgestellt werden. Im Bundesweiten Überwachungsplan (BÜp) 2017 wurden ebenfalls verschiedene Fruchtsäfte und -nektare auf ihren Blei-Gehalt untersucht. Von den insgesamt 500 untersuchten Proben wies nur eine Probe Birnensaft einen Blei-Gehalt oberhalb des Höchstgehaltes auf.

Aufgrund seiner toxischen Wirkungen kann bei Blei, so die Europäische Lebensmittelsicherheitsbehörde EFSA, jedoch keine Aufnahmemenge abgeleitet werden, die als gesundheitlich unbedenklich gilt. Die Blei-Gehalte in Lebensmitteln sind daher auf so niedrige Werte zu begrenzen, wie dies für den Hersteller oder Verarbeiter vernünftigerweise bzw. technologisch möglich ist. Vor diesem Hintergrund begrüßt das BVL die aktuellen geringen Blei-Gehalte in Fruchtsaft bzw. -nektar. Besonders erfreulich ist daher auch die rückläufige Entwicklung bei Kirschsaft, der sowohl 2011 als auch 2017 im Monitoring auf Blei untersucht wurde. Der durchschnittliche Blei-Gehalt ging von 0,01 mg/kg auf 0,007 mg/kg zurück und der maximale Blei-Gehalt von 0,06 mg/kg auf 0,02 mg/kg.

Quelle: Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL)