Berufspolitik

Bonus für MTA

Der DVTA ist mit nachfolgendem Schreiben an die Landes- und den Bundesgesundheitsminister herangetreten, um eine Anerkennung für die Spitzenleistungen der MTA-Berufe im Kampf gegen Corona, auch in Form eines Bonus, zu erreichen.

Bonus für MTA

© Marco Scisetti / Adobe Stock

„Laut aktuellen Angaben der Akkreditierten Labore in der Medizin e. V. (ALM) vom 31. März 2020 wurden gemäß eigener Erhebung der ALM, an der bundesweit 97 Labore beteiligt waren, seit Anfang März rund 800.000 SARS-CoV-2-Testungen, teilweise im Drei-Schicht-Betrieb, durchgeführt. Laut dem COVID-19-Lagebericht des Robert Koch-Instituts (RKI) wurden in der vergangenen Woche insgesamt 348.600 Testungen durchgeführt, wovon 23.820 positiv waren. Deutschlands Labore sind nur deshalb so extrem leistungsfähig und im internationalen Vergleich weit vorne, da neben den Laboratoriumsärzt*innen, insbesondere die Medizinisch-technischen Laboratoriumsassistent*innen (MTLA), durch ihre Spitzenleistungen in der Laboranalytik im Kampf gegen SARS-CoV-2 tätig sind.

 Es sind die MTLA, die für den Nachweis auf SARS-CoV-2 Infektionen unterschiedliche Tests, wie etwa eine Real-Time Reverse-Transkriptase-Polymerase-Kettenraktion (RT-PCR) oder die Genomanalyse mittels einer RNA-Sequenzierung des Genoms durchführen. Es sind MTLA, die unter anderem durch Blutabnahmen die richtigen Probenentnahmen und die richtige Probenverwendung garantieren, dass es nicht zu den vom RKI beschriebenen Falschergebnissen kommt und um die Pflege von diesen Tätigkeiten zu entlasten. Es sind die MTLA, die täglich Tausende von Analysen zum Nachweis der SARS-CoV-2-Erkrankung durchführen, um den Ärzt*innen valide Labordaten für die Therapie der individuellen SARS-CoV-2 Erkrankung zu liefern. Es sind die MTLA, die in der Forschung an einem Impfstoff gegen SARS-CoV-2 mitarbeiten. MTLA sind bei der Erarbeitung von Antikörpertests und bei der Facs-Analytik beteiligt.

(Anmerkung von Claudia Rössing, DVTA-Präsidentin, Fachrichtung Radiologie/Funktionsdiagnostik: Bei Patientinnen und Patienten aus Endemiegebieten und mit klinischer Symptomatik kann der PCR-Test initial negativ sein. Es sind Medizinisch-technische Radiologieassistent*innen (MTRA), die in Rücksprache mit der Ärzteschaft weiterführende Diagnostik mittels bildgebender Computertomografie- und Röntgenuntersuchungen durchführen. Die Diagnose muss dann durch einen positiven PCR in den folgenden Tagen bestätigt werden. Bei Verdacht auf COVID-19-Infektion, hoher lokaler Prävalenz von SARS-Cov-2 und klinischer Konsequenz [das heißt bei Patientinnen und Patienten mit ausgeprägter Symptomatik, die eine Hospitalisierung erfordern] kann im Fall einer negativen PCR daher eine Computertomografie des Thorax die Diagnose frühzeitig stützen.)

Die im Zusammenhang mit SARS-CoV-2 auftretenden milchglasartigen Trübungen in den Lungen lassen auf eine dauerhafte Organschädigung schließen. Spätfolgen betreffen in der Regel vor allem die Lunge und könnten sich als Lungenfibrose manifestieren. Es sind die MTRA, die die zentralen Untersuchungsmethoden zur Diagnostik der Lungenfibrose mittels Computertomografien durchführen. Es sind die Medizinisch-technischen Assistent*innen der Funktionsdiagnostik (MTAF), die die notwendigen Lungenfunktionsprüfungen in Kombination mit einer Blutgasanalyse in Ruhe und unter Belastung durchführen.

 MTA sind in der Coronakrise wichtige, systemrelevante Akteure des Gesundheitswesens, deren Einsatz für die Patient*innen hoch anzuerkennen ist und die, wie die Pflege, einen Bonus für ihre Spitzenleistungen verdienen. ‚Ohne MTA keine Corona-Diagnostik und ohne Corona-Diagnostik keine Corona-Therapie.‘

 Als Berufsverband der MTA fordern wir Sie daher auf, auch die Leistungen der MTA-Berufe anzuerkennen, zum Beispiel in öffentlichen Statements, und auch den MTA für ihren Einsatz im Kampf gegen Corona einen Bonus zu zahlen.

Mehr Infos finden Sie unter folgendem Link zu ntv:

https://www.n-tv.de/panorama/Ein-Labor-Team-bewaeltigt-den-Corona-Alltag-article21690988.html

und der Webseite des DVTA:

https://dvta.de/

Mit freundlichen Grüßen“

Eine erste Antwort liegt vom schleswig-holsteinischen Gesundheitsminister Heiner Garg vor. Dr. Garg bedankt sich bei den MTLA für ihren Einsatz im Kampf gegen COVID-19.

 Leider geht er weder auf den geforderten Bonus noch auf die Spitzenleistungen der anderen MTA-Berufe ein. Der DVTA hofft, dass die anderen Bundesländer eine höhere Wertschätzung zeigen und den Spitzeneinsatz der MTA-Berufe würdigen sowie, wie auch von DKG und Verdi gefordert, für alle im Coronaeinsatz befindlichen Akteure des Gesundheitswesens ein Bonus gezahlt wird und nicht nur für die Pflege und Notfallsanitäter.

Der Bundesgesundheitsminister würdigt die Spitzenleistungen der MTA und kündigt finanzielle Anerkennung an (https://dvta.de/erstmalig-mta-von-jens-spahn-als-systemrelevant-anerkannt).

 

Entnommen aus MTA Dialog 5/2020