Grippewelle 2017

Bisher schon zwölf Todesfälle

Mehr als 2.000 Fälle von nachgewiesener Influenza-Infektion allein in der ersten Kalenderwoche, die ersten 12 Todesopfer: Das Robert Koch-Institut zeigt sich besorgt über den Beginn der Grippewelle 2016/17.

Aktivität akuter respiratorischer Erkrankungen

Aktivität akuter respiratorischer Erkrankungen | RKI

Ein wesentlicher Grund dafür ist, dass die ohnehin geringe Impfbereitschaft in Deutschland hat zuletzt nochmals abgenommen hat. Der stärkste Anstieg der Arztbesuche wegen akuter Atemwegserkrankungen im Vergleich zur Vorwoche wurde in Deutschland in der Altersgruppe der 15- bis 34-Jährigen verzeichnet. Es wurden vier größere Influenza A-Ausbrüche (mehr als fünf Fälle) in Krankenhäusern an das RKI übermittelt. Bei Ausbrüchen mit Altersangabe der Patienten waren jedoch 80 bis 93 % der Betroffenen 60 Jahre oder älter.

Seit der 40. Meldewoche 2016 wurden insgesamt 6.709 labordiagnostisch bestätigte Influenzafälle (darunter 4.749 klinisch-labordiagnostisch bestätigte Erkrankungen gemäß Referenzdefinition) an das RKI übermittelt. Bei 1.782 (27 %) Fällen war angegeben, dass die Patienten hospitalisiert waren (Datenstand 10.01.2017).

Mit Twitter-Daten Grippewellen vorhersagen

Um mit großen Datenmengen arbeiten zu können, ist das Institut für Kognitionswissenschaft der Universität Osnabrück eine Kooperation mit IBM eingegangen und erhält für seine Forschungsvorhaben zur computergestützten Intelligenz Zugriff auf das IBM Computersystem "Watson".

weiterlesen

Bislang wurden zwölf Todesfälle mit Influenzainfektion an das RKI übermittelt, davon zehn aus der Altersgruppe der über 59-Jährigen. Bei den Fällen wurde als Erreger Influenza A bzw. einmal Influenza nicht nach A oder B differenziert angegeben. Dies ist besonders tragisch, denn für vier Zielgruppen spricht die Ständige Impfkommission (STIKO) des Robert Koch-Instituts eine besonders dringliche Empfehlung zur saisonalen Influenza-Impfung aus: für Schwangere, chronisch Kranke, medizinisches Personal und eben auch alle Personen ab einem Alter von 60 Jahren.

Dies ist auch nachvollziehbar, gehören doch gerade die über 60-Jährigen zu der Personengruppe, die durch die Erkrankung an einer Influenza am meisten gefährdet ist. Jahr für Jahr fallen der Virusgrippe nach Einschätzung der RKI-Experten mehrere Tausend Menschen zum Opfer – in der letzten heftigen Grippesaison 2014/15 sollen es Schätzungen zufolge mehr als 20.000 gewesen sein.

Auch international hat die Influenza-Saison 2016/17 früh begonnen. Hier dominiert der A(H3N2) Typ. Dieser Virustyp gilt lt. ECDC als besonders kritisch für ältere Menschen. Das ECDC betont, dass seit dem Start der Grippesaison 69 % der hospitalisierten Influenzapatienten über 65 Jahre alt waren. Die ersten Schätzungen gehen schon davon aus, dass es zu erheblichen Belastungen einiger Gesundheitssysteme in Europa kommen könnte. Derzeit gehen die Experten davon aus, dass die Impfung in der aktuellen Saison einen ausreichenden Schutz darstellt. (RKI, ECDC, red)