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Beurteilung der Evidenzlage zur Bestimmung des Procalcitonins

Procalcitonin (PCT) ist als Akutparameter zur Verlaufskontrolle und therapeutischen Überwachung der inflammatorischen Aktivität definiert. PCT wird bei gesunden Menschen in den C-Zellen der Schilddrüse, im pulmonalen Gewebe und im Pankreas gebildet. Bei systemisch-bakteriellen Infektionen kommt es zu einem Anstieg der PCT-Konzentration innerhalb weniger Stunden.

Beurteilung der Evidenzlage zur Bestimmung des Procalcitonins

© Henrik Dolle – stock.adobe.com

Zusammenfassung

Procalcitonin (PCT) ist ein Parameter, welcher in der Literatur häufig im Zusammenhang mit dem C-reaktiven Protein (CRP) erwähnt wird und als Entzündungsparameter definiert ist. PCT soll in der Sepsisdiagnostik, der Antibiotikasteuerung bakterieller Infektionen sowie als Prognosemarker bei Infektionen einen Stellenwert haben. So stellt sich die Frage, auf welchem evidenzbasierten Hintergrund die Bestimmung von Procalcitonin überhaupt Sinn macht. Um dennoch den Stellenwert von Procalcitonin in Hinsicht auf Diagnostik, Therapie und Verlauf von medizinischen Fragestellungen zu ermitteln, wird in dieser Arbeit ein Leitlinienvergleich angestellt. Die Ergebnisse zeigen, dass nur vereinzelt Evidenz- und Empfehlungsangaben explizit für PCT angegeben wurden. Es erwies sich als schwierig, eine konkrete evidenzbasierte Empfehlung zu Funktionen von PCT zu finden, da PCT meist im Zusammenhang mit CRP und weiteren Maßnahmen erwähnt wird. In Hinsicht auf die Steuerung der antibiotischen Therapiedauer und der Sepsisdiagnostik im Rahmen der nosokomial erworbenen Pneumonie als auch bei der allgemeinen Antibiotikasicherung im Krankenhaus ist PCT ein durchaus sinnvoller Biomarker. Das Abwägen von Kosten und Nutzen steht auch bei PCT im Vordergrund.

Schlüsselwörter: Procalcitonin, Leitlinienvergleich, AWMF

Abstract

Procalcitonin (PCT) is a parameter that frequently pops-up in connection with C-reactive protein (CRP) and is thereby defined as an inflammatory parameter. PCT is used in sepsis diagnostics, antibiotic control of bacterial infections as well as a prognosis marker for infections. This raises the question on which evidence-based background the determination of procalcitonin makes sense at all. In order to determine the status of PCT with respect to diagnosis, treatment and other medical aspects, a comparison of guidelines turned out to be promising. Results reveal that explicit evidence and recommendations for PCT were only given in some of the investigated guidelines. In most of the cases, PCT occurred in connection with CRP and other measures. That made it rather difficult to find trusted evidence-based recommendations about the func-tions and the usefulness of PCT. It further turned out that PCT is a useful biomarker with respect to the controlling the antibiotic therapy duration and sepsis diagnosis in the context of nosocomial acquired pneumonia as well as in the general antibiotic care in hospitals. The weighing of costs and benefits is also an important topic to address when discussing PCT.

Keywords: Procalcitonin, Comparison, Guidelines, AWMF

DOI: 10.3238/MTADIALOG.2019.0506

Entnommen aus MTA Dialog 6/2019

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