Kliniken-Netzwerk

Bessere Schlaganfall-Versorgung

Einführung der Thrombektomie

„Die Einführung der Thrombektomie war ein enormer Entwicklungssprung in der Schlaganfall-Therapie“, sagt Martin Bendszus. „Quasi von heute auf morgen war es möglich, Patienten mit schwersten Schlaganfällen – das betrifft nach jetziger Datenlage bis zu 15 Prozent der Schlaganfälle – mit guten Erfolgschancen zu behandeln.“ Der Eingriff kann aber nur an spezialisierten Zentren angeboten werden mit entsprechender Ausstattung und einem Behandlungsteam mit großer Expertise, das rund um die Uhr zur Verfügung steht

„Erklärtes Ziel von FAST ist es daher, zu einem sehr frühen Zeitpunkt die Patienten zu identifizieren, die von einer Thrombektomie profitieren könnten, und sie direkt den entsprechenden Zentren zuzuführen“, so Bendszus. Bei der Thrombektomie führen Neuroradiologen über einen Katheter von der Leistenarterie einen feinen Draht unter Röntgenkontrolle bis in die Hirnarterie.

Mit einem speziellen Fangkörbchen ziehen sie das Blutgerinnsel, das bei einem schweren Schlaganfall die Durchblutung eines großen Hirnareals blockiert, aus dem Gefäß. Dieses Verfahren hilft häufig auch dann, wenn die sonst übliche Behandlung mit blutverdünnenden Medikamenten, die sogenannte Thrombolyse, nicht ausreicht.

Schulungen für Rettungsassistenten

Eine Schlüsselrolle bei der frühen Einstufung der Patienten und damit für ein funktionsfähiges Schlaganfallnetzwerk spielt der Rettungsdienst. Entsprechende  und Notärzte werden zukünftig angeboten. Darüber hinaus wird das FAST-Team in den kommenden zwei Jahren strukturierte Weiter- und Fortbildungen sowie Leitlinien sowohl für den Rettungsdienst als auch die Behandlungsteams in den Partnerzentren erarbeiten.

Ziel ist eine einheitlich hohe Versorgungsqualität im gesamten Netzwerk. Dazu trägt auch das geplante FAST-Register bei, in dem Patienten- und Behandlungsdaten systematisch erfasst und der Versorgungsforschung zugänglich gemacht werden.


Quelle: idw/Universitätsklinikum Heidelberg, 09.12.2016