InfektionskrankheitenMedizin

Ausbruch des Marburg-Virus in Ghana

Zum ersten Mal
lz
Marburg-Virus
Marburg-Virus © CDC/ Dr. Frederick Murphy, public domain
Newsletter­anmeldung

Bleiben Sie auf dem Laufenden. Der MTA-Dialog-Newsletter informiert Sie jede Woche kostenfrei über die wichtigsten Branchen-News, aktuelle Themen und die neusten Stellenangebote..


Ghana hat den allerersten Ausbruch der Marburg-Virus-Krankheit verkündet, nachdem ein Labor des Kooperationszentrums der Weltgesundheitsorganisation (WHO) frühere Ergebnisse bestätigt hatte.

Nun auch noch ein Ausbruch von Marburg-Virus. Das Institut Pasteur in Dakar, Senegal, erhielt Proben von jedem der beiden Patienten aus der südlichen Ashanti-Region in Ghana (beide verstorben, nicht verwandt). Die Symptome wie Durchfall, Fieber, Übelkeit und Erbrechen zeigten beide. Das Labor bestätigte die Ergebnisse des Noguchi Memorial Institute for Medical Research, die darauf hindeuteten, dass ihre Symptome auf das Marburg-Virus zurückzuführen waren. Ein Patient war ein 26-jähriger Mann, der am 26. Juni 2022 in ein Krankenhaus eingeliefert wurde und am 27. Juni verstarb. Der zweite Fall war ein 51-jähriger Mann, der sich am 28. Juni im Krankenhaus gemeldet hatte und am selben Tag starb. Beide Fälle wurden innerhalb weniger Tage im selben Krankenhaus behandelt.

WHO hat schnell reagiert

Die WHO hat schnell reagiert und ein gemeinsames nationales Untersuchungsteam in der Ashanti-Region sowie die Gesundheitsbehörden Ghanas unterstützt, indem sie Experten entsandte, persönliche Schutzausrüstung zur Verfügung stellte, die Krankheitsüberwachung verstärkte, Tests durchführte, Kontakte nachverfolgte und mit den Gemeinden zusammenarbeitete, um sie über die Risiken zu warnen und aufzuklären. Darüber hinaus soll ein Team von WHO-Experten eingesetzt werden, um Maßnahmen zur Koordinierung, Risikobewertung und Infektionsprävention zu initiieren. „Die Gesundheitsbehörden haben schnell reagiert und sich einen Vorsprung auf einen möglichen Ausbruch verschafft. Das ist gut so, denn ohne sofortiges und entschiedenes Handeln kann Marburg leicht aus dem Ruder laufen. Die WHO unterstützt die Gesundheitsbehörden vor Ort, und jetzt, da der Ausbruch ausgerufen wurde, stellen wir mehr Ressourcen für die Reaktion bereit“, sagte Dr. Matshidiso Moeti, WHO-Regionaldirektor für Afrika.

Kontakte werden überwacht

Mehr als 90 Kontakte, darunter Gesundheitspersonal und Gemeindemitglieder, wurden identifiziert und werden nun überwacht. Ebola- und Marburg-Viren sind hochgradig ansteckend. Sie infizieren in der Regel Tiere und nur gelegentlich den Menschen. Wenn eine Person infiziert worden ist, kann sich die Infektion auch auf andere Personen ausbreiten, wenn es zu einem direkten Kontakt mit der Haut oder mit Körperflüssigkeiten (Speichel, Blut, Erbrochenem, Urin, Stuhl, Schweiß, Muttermilch oder Samenflüssigkeit) einer infizierten Person kommt. Es ist erwiesen, dass die Infektion nicht übertragen werden kann, bevor sich Symptome entwickeln. Allerdings kommt es oft vor, dass die Infektion über Körperflüssigkeiten von Verstorbenen übertragen wird, insbesondere auf Personen, die Leichen zur Bestattung überführen und dafür vorbereiten. Man kann sich aber bereits durch das Berühren einer Leiche anstecken. Die Krankheit beginnt abrupt mit hohem Fieber, starken Kopfschmerzen und Unwohlsein. Viele Patienten entwickeln innerhalb von sieben Tagen schwere hämorrhagische Anzeichen. Die Sterblichkeitsraten bei früheren Ausbrüchen schwankten je nach Virusstamm und Qualität des Fallmanagements zwischen 24 % und 88 %. Obwohl es keine Impfstoffe oder antiviralen Behandlungen gibt, die zur Behandlung des Virus zugelassen sind, verbessert eine unterstützende Behandlung – Rehydrierung mit oralen oder intravenösen Flüssigkeiten – und die Behandlung spezifischer Symptome das Überleben. Eine Reihe potenzieller Behandlungen, darunter Blutprodukte, Immuntherapien und medikamentöse Therapien, sowie Impfstoffkandidaten mit Phase-1-Daten werden derzeit evaluiert.

Frühere Ausbrüche und sporadische Fälle von Marburg in Afrika wurden in Angola, der Demokratischen Republik Kongo, Kenia, Südafrika und Uganda gemeldet. Die WHO hat sich an benachbarte Hochrisikoländer gewandt. Sie sind nun in Alarmbereitschaft.

Quelle: WHO

Artikel teilen

Online-Angebot der MTA Dialog

Um das Online-Angebot der MTA Dialog uneingeschränkt nutzen zu können, müssen Sie sich einmalig mit Ihrer DVTA-Mitglieds- oder MTA Dialog-Abonnentennummer registrieren.

Stellen- und Rubrikenmarkt

Möchten Sie eine Anzeige auf der MTA Dialog schalten?

Stellenmarkt
Rubrikenmarkt
Industrieanzeige