Förderschwerpunkt

Antibiotika-Resistenzen bekämpfen

Mit rund vier Millionen Euro fördert das Bundesministerium für Gesundheit sieben Projekte im Förderschwerpunkt "Antibiotika-Resistenzen und nosokomiale Infektionen".

Antibiotika-Resistenzen

Unter anderem werden bestehende Maßnahmen wie Hygienevorschriften untersucht. | Fotolia/K.C.

Kenntnisse über den Umgang mit Antibiotika und die Ursachen von Resistenzen sind eine grundlegende Voraussetzung für deren sachgerechte Anwendung. Daher wird ein Forschungsprojekt mit einem Fördervolumen von etwa einer Million Euro untersuchen, wie die Bevölkerung besser über Antibiotika und Antibiotika-Resistenzen informiert werden kann. Dabei werden unterschiedliche Medien als mögliche Informationsträger in den Blick genommen.

Weitere Forschungsprojekte werden sich der Frage widmen, welche Maßnahmen zur Vermeidung von Antibiotika-Resistenzen am sinnvollsten sind. Dabei werden bestehende Maßnahmen wie Fortbildungen, Hygienevorschriften oder die Bildung von regionalen Netzwerken überprüft und neue Maßnahmen untersucht, bevor diese breiter eingesetzt werden.

Antibiotika

Die zunehmende Antibiotikaresistenz stellt das Gesundheitswesen vor ernstzunehmende Herausforderungen. Ab dem Jahr 2017 startet ein neues Projekt, das sich dieser Problematik annehmen wird.

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Die Forschungsprojekte werden über einen Zeitraum von drei Jahren gefördert. Der Förderschwerpunkt "Antibiotika-Resistenzen und nosokomiale Infektionen" dient der Umsetzung der Deutschen Antibiotika-Resistenzstrategie "DART 2020". Sie wurde gemeinsam vom Bundesministerium für Gesundheit und den Bundesministerien für Ernährung und Landwirtschaft sowie Bildung und Forschung entwickelt und im Mai 2015 durch das Bundeskabinett verabschiedet.

Neue Maßnahmen erforschen

Dazu Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU: "Es kann niemanden kalt lassen, dass immer mehr Menschen weltweit an Keimen sterben, die gegen Antibiotika resistent sind. Wir müssen Antibiotika-Resistenzen entschlossen bekämpfen – national und international. Mit der Deutschen Antibiotika-Resistenzstrategie gehen wir in Deutschland voran und haben das Thema auch auf die internationale Agenda der G20 gesetzt. Die Forschungsprojekte leisten einen wichtigen Beitrag dazu, das Wissen um den richtigen Umgang mit Antibiotika zu verbreitern und neue Maßnahmen zur Vermeidung von Resistenzbildungen zu erforschen."

Die DART 2020 sieht Maßnahmen vor, um Resistenzen frühzeitig zu erkennen, Therapieoptionen zu erhalten und zu verbessern, Infektionen zu vermeiden und Infektionsketten frühzeitig zu unterbrechen. Zudem soll das Bewusstsein der Bevölkerung für das Thema verbessert, die Kompetenzen des medizinischen Personals gestärkt und Forschung und Entwicklung unterstützt werden. Da ein wechselseitiger Einfluss durch den Einsatz gleicher Antibiotika bei Menschen und Tieren auf die Resistenzentwicklung besteht, verfolgen alle Ziele der DART 2020 den "One Health Ansatz". Das bedeutet, sowohl die Humanmedizin als auch die Landwirtschaft und die Forschung werden in den Blick genommen. Ein erster Zwischenbericht zum Stand der Umsetzung wurde anlässlich der Weltgesundheitsversammlung im Mai 2016 vorgelegt.

Mit der Stärkung der internationalen Zusammenarbeit treibt Deutschland die Umsetzung des Globalen Aktionsplans zur Vermeidung von Antibiotika-Resistenzen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) voran. Seit Mai 2016 werden Partnerländer unter anderem in Afrika und Südostasien beim Aufbau von Fähigkeiten zur Bekämpfung von Resistenzen unterstützt. 2015 wurde unter der deutschen G7-Präsidentschaft die „Berliner Erklärung zur Bekämpfung von Antibiotika-Resistenzen“ verabschiedet. Dieses Engagement setzt Deutschland weiterhin fort und hat daher Antibiotika-Resistenzen auch zum Thema der deutschen G20-Präsidentschaft 2017 gemacht.



Quelle: BMG, 06.02.2017