Premium Mikrobiologie

Anaplasmose und Ehrlichiose

Infektionskrankheiten
Ursula Brett
Durch Zecken übertragene Erreger
Ixodes ricinus © Thomas Zimmermann (THWZ), CC BY-SA 3.0 DE
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Während Anaplasmen und Ehrlichien als Infektionserreger in der Veterinärmedizin seit über 100 Jahren bekannt sind, glaubte man lange Zeit, dass eine Erkrankung beim Menschen nicht möglich sei.

Anaplasmen und Ehrlichien aus der Familie der Anaplasmataceae sind sehr kleine, gramnegative, intrazellulär lebende Bakterien. Infektionen des Menschen werden in Europa vorwiegend durch Anaplasma phagocytophilum, Erreger der humanen granulozytären Anaplasmose (HGA), verursacht, während Ehrlichia chaffeensis, Erreger der humanen monozytären Ehrlichiose (HME), vor allem in Nordamerika auftritt. Für Europa und damit auch für Deutschland hat die HME nach derzeitigem Kenntnisstand nur eine untergeordnete Bedeutung. Ehrlichien sind seit über 100 Jahren bei Hunden, Pferden, Rindern, Schafen und Ziegen als Infektionserreger be‧kannt. Erst seit den 1990er Jahren häufen sich in Nordamerika Erkrankungsfälle beim Menschen, mit zunehmender Tendenz auch in Asien und Europa. Das Erregerreservoir dieser Zoonosen sind verschiedene Tierarten im Umfeld des Menschen. Die Übertragung der Erreger auf den Menschen erfolgt durch verschiedene Zeckenarten. In Deutschland ist dies Ixodes ricinus.

DOI: 10.3238/MTADIALOG.2016.0210

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