Veranstaltung der DVTA Bildungsgesellschaft

7. Mikrobiologietage in Dresden

Zum zweiten Mal fanden die Mikrobiologietage in Dresden statt. Mit nahezu 200 Teilnehmern/-innen war es eine tolle Veranstaltung der DVTA Bildungsgesellschaft.

7. Mikrobiologietage in Dresden

Vortragsveranstaltung bei den MiBi-Tagen | für alle: © M. Vetter-Knoll

Das Organisationsteam, Nadja Ewers, Christina Haese, Waltraud Malms-Fleschenberg und Marianne Vetter-Knoll, hatte wieder interessante und aktuelle Themen für das Vortragsprogramm ausgesucht, wobei auch die Wünsche der Teilnehmer/-innen der letzten Mikrobiologietage in Fulda berücksichtigt wurden.

Die Präsidentin des DVTA (Fachvertretung Laboratoriums-/Veterinärmedizin), Christiane Maschek, dankte in ihrer Begrüßungsrede der Industrie für die Unterstützung dieser Fortbildung. Erfreut war sie über den großen Zuspruch für diese Veranstaltung. Erwähnenswert sei auch, dass viele Schülerinnen und Schüler aus teilweise weit entfernten MTA-Schulen den Weg nach Dresden auf sich genommen hatten.

Teilnehmer/-innen der MTA-Schule Erfurt

Bei der Vortragsveranstaltung am Freitag informierte zunächst Elke Schernikau vom Klinikverbund Südwest aus Sindelfingen über die Notwendigkeit von Impfungen, „Kleiner Stich, große Wirkung“. Den Schwerpunkt legte sie auf die Influenzaschutzimpfung, die für alle Beschäftigten im Gesundheitswesen obligatorisch sein sollte. Da wir in Dresden tagten, durfte natürlich das Thema „Mykoplasmen und Ureaplasmen“ nicht fehlen. Dr. Roger Dumke vom Konsiliarlabor des Instituts für Mikrobiologie in Dresden stellte anschaulich Klinik und Diagnostik dieser „zellwandlosen ‚Sonderlinge‘“ vor.

Ein weiterer Referent dieses Instituts berichtete über die Differenzierung „seltener Bakterien“. Dabei stellte er klassische Verfahren wie auch die Diagnostik mit MALDI-TOF vor. Dann war erst einmal Mittagspause, die lange genug war, sodass sich die Teilnehmer nach dem Essen bei den Industrieausstellern ausführlich über deren Produkte informieren konnten.

Dr. Evelyn Heintschel von Heinegg aus Essen hat sehr kurzweilig und anschaulich die „neuen Regeln bei der Resistenztestung“ vorgestellt. Früher war zwar alles etwas einfacher, aber nicht besser, war ihr Fazit. Im Anschluss referierte PD Dr. Elvira Richter aus Heidelberg über „die Diagnostik der latenten Tuberkulose mit IGRA“ (Interferon-Gamma-Release-Assay) und weiteren Testmöglichkeiten. Der letzte Vortrag des Tages war über „Clostridioides difficile – Aktueller Workflow“. PD Dr. Erik Glocker aus Brandenburg informierte locker und spannend über Klinik, Diagnostik und Therapie von Cl. difficile. Danach wurden dann noch die Gewinner und Gewinnerinnen des Preisrätsels ausgelost. Erstmalig konnten die Teilnehmer ein mikrobiologisches Kreuzworträtsel lösen und hatten die Chance, einen der vielen Preise zu gewinnen. Herzlichen Dank den Sponsoren aus der Industrieausstellung, insbesondere die vielen Powerbanks und die Douglasgutscheine erfreuten die Gewinner. Der Hauptpreis war ein Hotelgutschein für zwei Übernachtungen in München, der vom Hoteldirektor gestiftet wurde. Die DVTA Bildungsgesellschaft verloste einen Gutschein für die Vortragsveranstaltung der 8. Mikrobiologietage in Nürnberg.

Industrieausstellung

In Dresden gab es natürlich auch ein Rahmenprogramm. Zunächst konnte man an einer Orgelandacht in der Frauenkirche teilnehmen. Danach gab es ein deftiges Abendessen im Freiberger Schankhaus mit Referenten, Industrievertretern und vielen Teilnehmern/-innen.

Am nächsten Tag stand wieder ein umfangreiches Programm zur Auswahl: Der Workshop NTD‘s „Neclected tropical diseases“ bestand aus drei Vorträgen. Zunächst berichtete Antje Fuß, Diplombiologin vom Missionsärztlichen Institut in Würzburg, über die Rolle der PCR in der Schistosomiasis. Fuß stellte unter anderem Ergebnisse vor, die sie vor Ort in Tansania gesammelt hatte. Dr. Andreas Müller, ebenfalls aus Würzburg (Missio-Klinik), stellte drei Fälle mit weniger bekannten Helminthen (unter anderem Trichinen) vor. Eine vernachlässigte tropische Erkrankung, nämlich „Buruli ulcer“, war das Thema von Prof. Dr. Gisela Bretzel aus München. Buruli ulcer ist eine in den Tropen verbreitete infektiöse Erkrankung der Haut, die aber auch in Japan und Aus-tralien vorkommen kann. Der Erreger ist Mykobakterium ulcerans.

Beim Workshop „Mykologie – Schimmelpilze und relevante Dermatosen“, der von Waltraud Malms-Fleschenberg aus Essen organisiert wurde, gab es zwei Vorträge. Zum einen stand das Thema „Neues zu Aspergillus-Infektionen, diagnostische und therapeutische Aspekte“ von Prof. Dr. Peter-Michael Rath aus Essen auf dem Programm. Zum anderen erklärte Prof. Pietro Nenoff aus Rötha die Tropen- und reisemedizinisch relevanten Dermatomykosen.

Der dritte Workshop am Vormittag widmete sich dem Thema „Pränatale und postnatale Diagnostik“. Christina Haese hatte dazu drei Referenten eingeladen. Nadine Dietze aus Leipzig informierte über Schwangerschaftsscreening. Im Anschluss daran folgte der Vortrag von Prof. Dr. Ralf-Peter Vonberg aus Hannover zum Neugeborenenscreening. Und zum Schluss wurde das Thema Kinderkrankheiten von Dr. Robert Heyd aus Regensburg vorgestellt.

Nach der Mittagspause konnte man nochmals zwischen zwei Workshops wählen. Zum Workshop „Krank unter Palmen, Reisemedizinisch bedeutsame Erkrankungen“ hatte Nadja Ewers aus Bielefeld drei Themen ausgewählt. Dr. Christian Keller aus Marburg informierte über das Tsutsugamushi-Fieber, dessen Erreger lange den Rickettsien zugeordnet wurde, die Krankheit wird auch als Japanisches Fleckfieber bezeichnet. Beim zweiten Vortrag befasste sich Dr. Daniela Hutzly, Virologin aus Freiburg, mit Dengue, Zika und Co. Sie zeigte unter anderem auf, dass durch die Folgen des Klimawandels tropische Viruserkrankungen auch bei uns Einzug halten können.

Prof. Dr. Manfred Kist, ebenfalls aus Freiburg, berichtete über die reiseassoziierte Diarrhoe und zeigte die vielfältigen Erreger auf, die man aus vielen, nicht nur exotischen, Urlaubsländern mitbringen kann. Ein weiterer Workshop wurde von dem „Parasitenteam“ Hanne Fleischmann aus Würzburg und Marianne Vetter-Knoll aus Freudenstadt gestaltet. Beide stellten Fallbeispiele aus ihrem Berufsleben, sowohl von Blut- wie auch Stuhlparasiten, vor. Dazu konnten die Teilnehmer/-innen die vielen Parasiten nicht nur auf den Präsentationsfolien, sondern auch mittels Videomikroskop bewundern und erkennen.

Workshopteilnehmer/-innen

Fazit: Die 7. Mikrobiologietage waren wieder eine erfolgreiche Veranstaltung, die von den teilnehmenden MTA sehr gut bewertet wurde. Wir hoffen, dass auch die 8. Mikrobiologietage, die am 6. und 7. November 2020 in Nürnberg stattfinden, sowohl von vielen MTA als auch wieder von der Industrie zahlreich besucht werden. Mit der Programmplanung hat das Organisationsteam bereits begonnen und wir werden gerne Wünsche berücksichtigen, die die Teilnehmer/-innen in Dresden auf den Bewertungsbögen genannt haben.

 

Entnommen aus MTA Dialog 12/2019