IFBLS

33. IFBLS-Weltkongress in Florenz

Der italienische Berufsverband ANTeL war der diesjährige Ausrichter des Weltkongresses der International Federation of Biomedical Laboratory Science (IFBLS) vom 22. bis 26. September 2018 in Florenz, unter dem Motto „E-Health, Gender Medicine, Personalized Medicine and Biomedical Laboratory Science“.

33. IFBLS-Weltkongress in Florenz

Palazzo dei Congressi in Florenz – Veranstaltungsort | Für alle: © Annette Artelt

An fünf Tagen wurden zahlreiche wissenschaftliche Vorträge, Symposien, Workshops und „Plenary lectures“ präsentiert, sodass Kolleginnen und Kollegen aus 52 Nationen die Qual der Wahl hatten, welcher Thematik man nun den Vorzug geben wollte. Geboten wurden unter anderem viele Informationen rund um das Gesundheitssystem in anderen Ländern Europas und der Welt. Stellvertretend möchte ich hier einige Vorträge benennen: Mobile Laboreinheit, um die Krankenhausaufenthalte älterer, eingeschränkter Menschen zu reduzieren bei gleichzeitiger Sicherung der Qualitätsstandards; mehrere Vorträge zum Thema POCT oder zur Telemedizin; Aufbau von nationalen Netzwerken im Bereich der Krebspatientenbetreuung unter Einbindung der verschiedenen Disziplinen; pädiatrische Vorträge zum Beispiel „Differenzialdiagnose der akuten Leukämie versus Mononukleose“; Vorträge zum Thema „Tumorzuschnitt in der Histologie“ (wird in anderen Ländern von Bms/MTA durchgeführt), aber auch „Die Implementierung ethischer Standards in den Laboralltag“; Aus- und Weiterbildungsthemen oder Themen aus der Transfusionsmedizin („Forssman Ag in normalem und kanzerogenem Gewebe, eine Gegenüberstellung“). Außerdem ging es um Telepathologie, das Thema „Zikavirus – ein globaler Reisender“ oder Themen aus der Mikrobiologie („Ein Update – Identifikation von nicht tuberkulösen Mykobakterien“), Themen aus Qualitätsmanagement und Sicherung. Wer mehr wissen möchte, kann mich gerne kontaktieren.

Eingereicht wurden 36 Präsentationen und 235 präsentierte Poster. Während der Eröffnungsveranstaltung wurden auch alle Preise (Awards) des IFBLS verliehen. Für den DVTA e.V. verlieh die Präsidentin Christiane Maschek den DVTA Education Award an Kim Sarong von den Philippinen.

Christiane Maschek bei der Preisverleihung

Der IFBLS ist seit Langem Non Governmental Organisation (NGO) der Weltgesundheitsorganisation (World Health Organisation, WHO). Aus diesem Anlass hat Adriana Velasquez Berumen, zuständiger Officer bei der WHO, einen sehr interessanten und aufschlussreichen Vortrag gehalten mit dem Titel „WHO Essential in vitro diagnostic list, challenges to implement it?“ Im Laufe der Zeit ist es dem IFBLS immer mehr gelungen, sich als kompetenter Ansprechpartner der WHO in Bezug auf die biomedizinische Analytik in der Welt zu etablieren.

Sarah May, eine Kollegin des englischen Verbandes, stellte ein spannendes Projekt vor: „Harvey’s Gang“. Harvey war ein kleiner Junge, der an Leukämie erkrankt war und sich immer vor den Ärzten und Bms (MTA) fürchtete. Um ihm die Angst zu nehmen, organisierte ein Kollege eine Besichtigung der Laboratorien und anderer Einrichtungen, sodass er Fragen stellen und auch das Instrumentarium besser kennenlernen konnte. Dieses Projekt hat in England bereits mehrere Preise gewonnen und ist so erfolgreich, dass andere Einrichtungen es nachahmen, um mehr Öffentlichkeit zu schaffen.

Madonna mit Kind von Raffael

Die diesjährigen Veranstaltungen des IFBLS, zu denen die Delegierten der Mitgliedsverbände zusammenkamen, hatten das Ziel, die Themenschwerpunkte für die nächsten Jahre zu setzen. Inkludiert waren Workshops zur Meinungsbildung und des Austausches. Ich möchte hier nur einen Workshop stellvertretend anführen, den ich besonders interessant fand und der dokumentiert, dass alle Kolleginnen und Kollegen weltweit das gleiche Problem haben. Fragen Sie doch bitte mal Freunde und Bekannte oder auch fremde Personen, wer ihnen einfällt, wenn sie ans Krankenhaus denken. Den wenigsten wird die MTA einfallen, als Analytikerin ihrer Proben und diejenige, die eine Therapie erst möglich macht.

Im Studentenforum arbeitete der internationale Nachwuchs gemeinsam an einer Präsentation, die auf www.ifbls.org verfügbar ist.

Im Rahmen der General Assembly of Delegates (GAD), entspricht der DVTA-Jahreshauptversammlung, fanden in diesem Jahr die Wahlen zum Vorstand (Board of Directors) statt. Gewählt wurden:

Anne Berndt, Schweden – Präsidentin,

Marie Nora Roald, Norwegen – Past Präsidentin

Alan Wainright, England – Präsident Elect

Leila Florento, Philippinen – Director

Cathy Otto, USA – Director

Katayama Hironori, Japan – Director

Anselm Akume Ewang, Kamerun – Director

Der neu gewählte Vorstand des IFBLS

Damit steht das Team für die nächste Amtszeit bis 2020 fest. Vorgestellt wurden auch die Geschäftsberichte der einzelnen Ressorts, der Haushaltsplan und das Budget sowie die Gewinn- und Verlustrechnung. Die GAD hat über den Standort der nächsten „Alternate GAD“ 2019 abgestimmt. Diese wird in Brisbane/Australien abgehalten. Der 34. IFBLS-Weltkongress wird in Kopenhagen/Dänemark stattfinden.

Kontakt: annette.artelt@dvta.de

 

Entnommen aus MTA Dialog 11/2018