„Import“ durch Flugzeuge?

2 Fälle von Malaria am Flughafen Frankfurt

In der Zeitschrift Eurosurveillance wird über zwei Fälle von Malaria bei Flughafenmitarbeitern berichtet, die sich nicht in Malariagebieten aufgehalten hatten. Es wird vermutet, dass eine vektorkompetente Mücke durch den Flugverkehr eingeführt wurde.

Flughafen Frankfurt

Flughafen Frankfurt | Fraport AG

Die in beiden Fällen gefundenen Parasiten zeigten genetisch identische Muster. Beim ersten Fall (5.10.2019) handelt es sich um einen 38-jährigen Mann, der nach einem Malariatest in das Uniklinikum in Frankfurt eingeliefert worden war. Plasmodium falciparum mit einer Parasitämie von 7% wurde mikroskopisch nachgewiesen. Er wurde nach 12 Tagen aus dem Krankenhaus entlassen und ist seitdem 47 Tage lang symptomfrei geblieben.

Beim zweiten Fall handelt es sich um einen 51 Jahre alten Mann, der am 9.10. ins Uniklinikum Frankfurt eingeliefert worden war. Die Diagnose lautete ebenfalls Plasmodium falciparium und eine Parasitämie von 25%. Er war wohl schon krank nach Algerien gereist. Malaria wurde am 6.10. diagnostiziert. Am 8.10. wurde er per Flugzeug nach Deutschland und in ein lokales Krankenhaus in Frankfurt gebracht. Der Zustand verschlechterte sich schnell (Glasgow-Coma-Score 3). Am folgenden Tag wurde er ins Uniklinkum gebracht. Nach 16 Tagen stationärer Behandlung erholte er sich vollständig. Auch er arbeitet am Flughafen Frankfurt und in der gleichen Nachtschicht wie Patient 1.

 

Literatur:

Imke Wieters, Philipp Eisermann, Frauke Borgans, et al.: Two cases of airport-associated falciparum malaria in Frankfurt am Main, Germany, October 2019. Eurosurveillance,  Volume 24, Issue 49, 05/Dec/2019.