Start der dritten Förderrunde

10 Jahre erfolgreiche Forschung an Krebs-Stammzellen

HI-STEM, das Heidelberger Institut für Stammzelltechnologie und Experimentelle Medizin im DKFZ, zieht nach zehn Jahren erfolgreich Bilanz: HI-STEM-Forscher konnten bei zahlreichen Krebsarten belegen, welche Rolle Stammzellen bei Entstehung, Ausbreitung und Therapieresistenz von bösartigen Tumoren spielen.

Dietmar Hopp und HI-STEM-Wissenschaftlerinnen

Dietmar Hopp (rechts) lässt sich von HI-STEM-Wissenschaftlerinnen die neuesten Ergebnisse zeigen. Außerdem dabei: Der DKFZ-Vorstandsvorsitzende Michael Baumann (links) sowie HI-STEM-Direktor Andreas Trumpp (Mitte). | © Jutta Jung/DKFZ

Die Ergebnisse zeigen neue Ansätze auf, um die bedrohlichen Erkrankungen in Zukunft gezielter und wirksamer zu behandeln. Die gemeinnützige HI-STEM gGmbH wird nun zum dritten Mal in Folge für weitere fünf Jahre von der Dietmar Hopp Stiftung mit 7,5 Millionen Euro gefördert. Zudem sagte die Dietmar Hopp Stiftung die Unterstützung von zwei weiteren HI-STEM-Forschungsprojekten in Höhe von 2,25 Millionen Euro zu.

Stammzellen können unheilvolle Rolle spielen

Stammzellen sind die Grundlage für die ständige Regeneration aller Gewebe unseres Körpers – können aber auch bei der Entstehung und Ausbreitung von Krebs eine unheilvolle Rolle spielen. „Die meisten Krebserkrankungen gehen auf krankhaft veränderte Stammzellen zurück. Diese so genannten Krebsstammzellen sind darüber hinaus dafür verantwortlich, dass der Krebs sich im Körper ausbreitet und unempfindlich gegenüber gängigen Therapien ist. Deshalb stehen Krebsstammzellen im Fokus unserer Forschung“, sagt Andreas Trumpp, Geschäftsführer von HI-STEM und zugleich Leiter der Abteilung „Stammzellen und Krebs“ am Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ).

HI-STEM als PPP-Projekt

2008 haben die Dietmar Hopp Stiftung und das DKFZ die HI-STEM gGmbH als Public Private Partnership gegründet. Ziel von HI-STEM ist es, international hochkarätige Grundlagenforschung an Stammzellen zu betreiben und daraus neue Ansätze für die Diagnose und Therapie von Krebserkrankungen zu entwickeln.

„Die Forschungsergebnisse, die Andreas Trumpp und seine Kollegen erzielt haben, bestätigen die Bedeutung von Stammzellen bei zahlreichen Krebsarten. Sie zeigen vielfältige neuartige Möglichkeiten auf, wie Krebs in Zukunft behandelt werden kann“, sagt der Stifter Dietmar Hopp. „Die kommende Förderperiode soll den Wissenschaftlern die Gelegenheit geben, die Arbeit fortzuführen mit dem Ziel, die neuen Erkenntnisse zu innovativen medizinischen Konzepten weiterzuentwickeln.“

Krebsstammzellen

Ein Enzym, das für den Abbau bestimmter Aminosäuren aus der Nahrung zuständig ist, spielt eine zentrale Rolle bei der Entstehung von Leukämien und bösartigen Hirntumoren.

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„Wir sind der Dietmar Hopp Stiftung für ihr außerordentliches Engagement für HI-STEM zu großem Dank verpflichtet", sagt Michael Baumann, der Vorstandsvorsitzende des DKFZ. „HI-STEM ist ein hervorragendes Beispiel dafür, wie exzellente biologische Grundlagenforschung hochrelevante Ergebnisse hervorbringt, die das Potential haben, die Diagnose und Therapie von Krebserkrankungen zu verbessern.“

Weitere Millionenförderung

Für die Jahre 2018 bis 2023 wird die Dietmar Hopp Stiftung HI-STEM mit weiteren 7,5 Millionen Euro unterstützen. Das DKFZ als zweiter Gesellschafter engagiert sich in derselben Größenordnung und stellt einen hochmodernen Instrumentenpark samt Infrastruktur zur Verfügung. Mit der neu zugesagten Förderperiode hat die Dietmar Hopp Stiftung insgesamt 22,5 Millionen Euro für HI-STEM bis Ende 2023 gespendet bzw. zugesagt.

Die derzeit sechs HI-STEM-Forschungsgruppen konnten während der ersten beiden Förderrunden zahlreiche spektakuläre und vielbeachtete Ergebnisse erzielen, die in internationalen Fachzeitschriften wie Nature, Science und Cell veröffentlicht wurden: So deckten HI-STEM-Forscher um Marieke Essers auf, wie sich Blut-Stammzellen durch eine Art Tiefschlaf der Wirkung von Therapien entziehen – und wie sie durch körpereigene Botenstoffe geweckt und dadurch wieder für Medikamente sensibilisiert werden können. Weiterhin fanden die Forscher heraus, dass Vitamin A den Schlafzustand der Blutstammzellen kontrolliert und ein bestimmter metabolischer Signalweg eine zentrale Rolle für die Funktion von Leukämiestammzellen spielt.