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MTA-Welt, 02-2012
Forum MTAF

13. Herbsttagung 2011

Lungenklinik Ballenstedt
der Mitteldeutschen Gesellschaft für Pneumologie und Thoraxchirurgie vom 28.–29. Oktober 2011 in Quedlinburg

Alle Jahre wieder findet im Herbst die Tagung des MDGP statt. In diesem Jahr wurde die Weltkulturerbestadt Quedlinburg als Veranstaltungsort auserwählt. Ein wirklich lohnendes Ziel mit viel mittelalterlichem Charme im herrlichen Harzvorland. Trotz der derzeit vielen Baustellen, die man erst mal überwinden musste, um zum Palais Salfeldt zu kommen. Wir von der Fachvertretung Funktionsdiagnostik waren zum ersten Mal beim Pneumologenkongress mit einem Stand des dvta zu Gast und wurden sehr herzlich von den Veranstaltern begrüßt. Unser Ziel war es, neue Mitglieder zu werben und unser Berufsbild MTAF bei den Ärzten noch bekannter zu machen – was jedoch leider auf mäßiges Interesse gestoßen ist. Einziger Trost war, dass es den Industrieausstellern auf Grund der baulichen Gegebenheiten nicht viel anders erging.

Das wissenschaftliche Programm der Tagung war sehr interessant und für die ca. 60–80 anwesenden Assistenten und Helferinnen gab es viele Angebote. Am Freitagnachmittag referierte man für das mittlere medizinische Personal über schlafbezogene Atemstörungen, allergische Rhinitis und allergisches Asthma bronchiale, respiratorische Insuffizienz sowie pulmonale Hypertonie.

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Am Samstag ging es dann auf große Fahrt nach Ballenstedt in die nahegelegene Lungenklinik zum ganztägigen Workshop für Assistenzpersonal, den meine Kollegin so erlebte:

Wir waren etwas früh dran und erkundeten erst einmal das Gelände. Pünktlich ging es los mit der Begrüßung und wir wurden in vier Gruppen aufgeteilt. Mit einem straffen Zeitplan in der Hand fing es an. Das erste Thema war Hygiene mit den Schwerpunkten TBC und MRSA. Danach folgte ein Einblick in die Physiotherapie. Uns wurde u. a. gezeigt wie man die Lippenbremse durchführt und wir bekamen eine Deviceschulung verschiedener Sprays. Das Sekretmanagement wurde in kurzen Sätzen erläutert und wie man ordnungsgemäß ein Rezept für z. B. Atemtherapie ausstellt.

Als Nächstes kam ein Thema, das für mich im ersten Moment eher unschön war, sich jedoch als sehr Interessant entpuppte: die Palliativ-Station. Sie bietet für bis zu zehn Patienten in überwiegend Einbettzimmern eine intensive und liebevolle Behandlung an. Auf dieser Station werden nicht nur Patienten mit Lungenkrankheiten betreut, sondern auch Patienten mit fortgeschrittenen bösartigen Erkrankungen aller Organsysteme, aber auch mit chronischen und nicht-bösartigen Erkrankungen. Es wurden Geräte gezeigt, die es dem Patienten erleichtern, von der Beatmung loszukommen und mit welchen Hilfsmitteln die Schleimlösung besser klappt.

Den Zeitplan schon leicht ausgereizt ging es weiter zur Endoskopie. Man zeigte uns ein Video über die Bronchoskopie. Zuerst gesundes Lungengewebe, dann erkranktes und zuletzt noch Lungengewebe nach der Bestrahlung. Es ist schon erstaunlich, was heutzutage dank der neuen Technik alles möglich ist. Das Erstaunlichste an diesem Thema war, was die Leute so alles einatmen können: einen Nagel, eine Stecknadel, einen Zahn, eine Spielfigur oder auch eine rohe Erbse. Das Skurrilste aber war eine Herzschrittmachersonde, die wahrscheinlich vom Herz in die Lunge gewandert ist. Damit war der erste Teil geschafft.

Nach der Mittagspause ging es weiter ins Allergologielabor. Ein Allergietest mit allen Tricks und Tipps wurde vorgeführt, wofür sich der Hr. Köpsel von Allergopharma als Proband bereit erklärte. Im Anschluss erläuterte man Methoden zur Therapie und Vorbeugung sowie Behandlung von Komplikationen. Weiter ging es dann ins Funktionslabor, in welchem wir Lungenfunktionstests und BGA machen durften und ich als Proband herhalten musste.Leider schafften wir die bronchiale Provokation nicht mehr, da wir wieder mal im Zeitplan hinterher hingen. Eigentlich war jetzt Zeit für Kaffee und Kuchen aber die Pause mussten wir so zwischen Tür und Angel erledigen (wie so oft in der Praxis).

Auf ging es zum letzten und für mich lehrreichsten Abschnitt, dem Notfalltraining. Wie war das noch mal mit stabiler Seitenlage und wie oft musste man beatmen und Druckmassage ausführen? Für mich persönlich war es schon eine Ewigkeit her, seit ich das letzte Mal davon gehört habe. Aber die Herrschaften von Takeda haben es sehr schön erklärt. Als Nächstes mussten wir selbst Hand anlegen, zweimal Beatmen und fünfzehnmal Druckmassage und davon fünf Durchgänge. Ich war total geschafft, aber jetzt kann ich es wieder und hoffe ich muss es nicht wirklich anwenden. Am meisten Respekt hatte ich vor dem Einführen eines Larynxtubus, aber ich war wie alle anderen erstaunt, wie einfach das war. Zuletzt kam dann der Defi ins Spiel und wir konnten ihn anlegen und auslösen. Auf einmal war es schon 16.00 Uhr und wir waren fertig mit allem.

Alles in allem war es eine schöne und interessante Veranstaltung, aber für die vielen Themen zu wenig Zeit. Trotz allem bin ich beim nächsten Mal bestimmt wieder dabei. Und wer Interesse hat, im nächsten Jahr findet wieder am 26./27.10.2012 die Herbsttagung des MDGP in Chemnitz statt. n Petra Feichtinger Sandra Jäschke

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